Gebäudeautomation · Effizienzklasse
Den GA-Grad richtig bestimmen.Nach DIN EN ISO 52120-1.
Den GA-Grad bestimmen Sie nach DIN EN ISO 52120-1, dem Nachfolger der DIN EN 15232. Die Norm kennt vier Effizienzklassen: A, B, C und D. Klasse C gilt als Standard, B als erweitert, A als hoch energieeffizient, D als nicht energieeffizient. Entscheidend ist das Prinzip der schwächsten Funktion: Die am niedrigsten eingestufte Automationsfunktion bestimmt die Klasse des gesamten Gebäudes.
Kurz beantwortet · Stand September 2026
01 Methode
So funktioniert die Einstufung.
Die DIN EN ISO 52120-1 ordnet jede Funktion der Gebäudeautomation einer Effizienzklasse zu. Bewertet werden Heizung, Warmwasser, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung, Verschattung und das technische Gebäudemanagement. Für jede dieser Gruppen legt die Norm fest, was eine Funktion können muss, um in Klasse C, B oder A zu fallen.
Sie prüfen also nicht das Gebäude als Ganzes, sondern Funktion für Funktion. Ein Gebäude erreicht eine Klasse nur dann, wenn alle zugehörigen Funktionen die Anforderungen dieser Klasse erfüllen. Erfüllt eine einzige Funktion nur Klasse C, bleibt das ganze Gebäude in Klasse C, auch wenn alle anderen Funktionen Klasse A leisten.
Die Norm hinterlegt für jede Klasse und jeden Gebäudetyp einen Wirkungsgradfaktor. Über diesen Faktor lässt sich der Einfluss der Gebäudeautomation auf den Energiebedarf rechnerisch abschätzen. Die genauen Faktoren stehen in den Tabellen der Norm und hängen vom Gebäudetyp ab, etwa Büro, Schule oder Krankenhaus. Für den Nachweis genügt daher nicht das Bauchgefühl, sondern die Zuordnung jeder Funktion anhand der Normtabellen.
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02 Klassen
Die vier Klassen im Überblick.
| Klasse | Bedeutung | Einordnung |
|---|---|---|
| A | Hoch energieeffiziente GA und technisches Gebäudemanagement | Vernetzte, bedarfsgeführte Regelung |
| B | Erweiterte GA mit Zusatzfunktionen | Über dem Standard |
| C | Standard-GA | Referenzfall der Norm |
| D | Nicht energieeffiziente GA | Im Neubau zu vermeiden |
03 Vorgehen
In fünf Schritten zum Nachweis.
Funktionen erfassen
Listen Sie alle vorhandenen und geplanten GA-Funktionen je Gewerk auf. Grundlage ist die GA-Funktionsliste.
Ist-Klasse je Funktion bestimmen
Ordnen Sie jede Funktion anhand der Tabellen der DIN EN ISO 52120-1 einer Klasse zu.
Schwächste Funktion suchen
Die am niedrigsten eingestufte Funktion legt die Klasse des gesamten Gebäudes fest.
Zielklasse festlegen
Klären Sie, welche Klasse gefordert ist, und leiten Sie daraus die nötigen Zusatzfunktionen ab.
Nachweis dokumentieren
Halten Sie die Einstufung nachvollziehbar fest, damit sie prüf- und förderfähig bleibt.
04 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Welche Norm gilt für den GA-Grad?
Seit 2025 die DIN EN ISO 52120-1. Sie hat die frühere DIN EN 15232-1 abgelöst und behält die vier Effizienzklassen A bis D bei.
Welche Klasse fordert das Gesetz?
Neu errichtete Nichtwohngebäude sollen mindestens die Standardklasse erreichen, Gebäude mit besonders leistungsstarker Anlagentechnik eine höhere. Welche Klasse konkret gilt, prüfen Sie im Einzelfall. Mehr dazu im Beitrag zum GA-Grad im Neubau.
Warum zählt die schwächste Funktion?
Weil die Norm ein Gebäude nur dann einer Klasse zuordnet, wenn alle zugehörigen Funktionen deren Anforderungen erfüllen. Eine einzige schwache Funktion zieht das Ergebnis nach unten.
Quelle: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), in Kraft seit 29.07.2026; GModG-Infoportal des BBSR; Richtlinie (EU) 2024/1275 (EPBD). Stand September 2026. Keine Rechtsberatung, maßgeblich ist der jeweilige Gesetzes- oder Normtext.
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